DIE GESCHICHTE UNSERES VEREINS

20 Jahre alt war der Deutsche Fußballbund, als es auch hier in Windischeschenbach zur Gründung eines Sportvereins kam. Das Geburtshaus unseres Vereins ist die Bahnhofsgaststätte. In diesem, heute nicht mehr bestehenden Lokal, erfolgte am 9. Oktober 1920 der Zusammenschluss des FC Klara-Hütte, Mitglieder eines Turnvereins und einer Interessengruppe um den Fabrikanten Ernst Haberländer zum 1. Fußballclub Windischeschenbach.

Bei der Gründungsversammlung waren 27 Mitglieder anwesend. Sie wählten Hans Pelz zum 1. und Ernst Haberländer zum 2. Vorsitzenden. Gleichzeitig wurde beschlossen, sich dem Süddeutschen Fußballverband anzuschließen, welchem der DFB vorstand.

Für den jungen Fußballclub waren die Anfangsschwierigkeiten natürlich sehr groß.

Neben der Beschaffung der Sportbekleidung, stellte die Sportplatzfrage das größte Problem dar. Zunächst wurde auf einem Platz bei der “Linde” in Neuhaus gespielt, dann ging es zur “Oberbaumühle”, später wurde ein Platz hinter dem alten Schwesternheim gefunden. Die nächste Bleibe war der “Fiehlenzen-Acker” beim Friedhof. Schließlich konnte unter viel Mühen und sehr bedeutenden Kosten der legendäre Fußballplatz “Hölzl” errichtet werden.

Schon damals brachten die Platzschwierigkeiten den Verein und seine Mitglieder manchmal an den Rand der Verzweiflung.

Insbesondere Ernst Haberländer war es zu verdanken, dass der Fußballsport in Windischeschebach einen starken Aufschwung zu verzeichnen hatte. Viele Jahre wirkte er als 1. Vorstand. Er war Mäzen, Spieler und der gute Geist des Vereins. Es ist für uns heute kaum ermessbar, was er für den Verein leistete. Er bildete den Grundstock für die fußballerisch sehr erfolgreichen Jahre.

Ausgerechnet im Jahr der Weltwirtschaftskrise 1929, wurde dem FC der Sportplatz “Hölzl” gekündigt. Politische Gründe sollen dafür verantwortlich gewesen sein.

Das Problem eines geeigneten Spielfeldes war also für den jungen Verein zur Existenzfrage geworden. Verzweifelte Versuche am nebenan liegenden Schulacker einen neuen Spielplatz zu bauen, scheiterten, da Ernst Haberländer wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten keine Unterstützung geben konnte.

Der 1. FC stand vor der Frage, ob er sich auflösen, dem am Ort noch bestehenden Sportclub “Adler” beitreten, oder eine Fusion mit der Spielvereinigung Weiden eingehen sollte. Schließlich ging man auf eine Fusion mit der Spielvereinigung Weiden ein. Beide Vereine einigten sich auf den Namen “Spielvereinigung Weiden/Windischeschenbach”. Der Vertrag über eine Spielgemeinschaft wurde auf 5 Jahre beschränkt.

Im Zuge der politischen Veränderungen wurde der Sportclub Adler im Jahre 1933 verboten. Er musste seinen Spielbetrieb einstellen. Windischeschenbach war ohne Fußballclub.
Dieser Zustand dauerte aber nicht lange. Durch geschickte Verhandlungen konnte man sich vorzeitig aus dem mit der Spielvereinigung Weiden geschlossenen Vertrag lösen.

Am 7.12.1933 war es wieder soweit, dass Windischeschenbach einen eigenen FC haben durfte. Ein neues Kapitel Windischeschenbacher Fußballgeschichte nahm seinen Anfang.

Als 1. Vorstand wurde Amtmann Anton Weber gewählt.

In dieser Zeit machten sich um unseren Verein besonders 1. Vorstand Ludwig Graf, Amtmann Anton Weber, Direktor Ludwig Weiß, Heinrich Bauer und der Polizeibeamte Andreas Krieger, der als die Seele des Vereins bezeichnet wurde, verdient.

Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges brach der geregelte Spielbetrieb für die Provinzvereine zusammen. Im Spieljahr 1939/40 wurde aus den Spielern der 1. Und 2. Mannschaft zwar noch eine Elf für die Verbandsspiele gemeldet, doch konnten die Spiele nicht mehr ausgetragen werden. Die Spieler mussten den Sportdress mit dem Waffenrock tauschen.

Der 2. Weltkrieg hinterließ auch in unserer Sportgemeinschaft seine schrecklichen Spuren. Viele Sportkameraden konnten leider nicht mehr in ihre geliebte Heimat zurückkehren.

Auf allen Gebieten begann 1945 der Wiederaufbau und so kam auch der Fußball in Windischeschenbach wieder zu seinem Recht. Begabte Fußballer und begeisterte Anhänger des runden Leders kamen durch den Flüchtlingsstrom nach Windischeschenbach. Es musste alles neu aufgebaut und organisiert werden. Eduard Haberländer, Georg Scharnagl, Rudolf Weigand und Hans Mannl, um nur einige Idealisten zu nennen, waren die treibenden Kräfte, damit am Sportplatz “Hölzl” wieder Fußball gespielt werden konnte.

Von September 1945 bis Mitte Januar 46 hat unser Verein in loser Form unter seinem alten Namen 1. FC Windischeschenbach bestanden. Am 16.1.1946 erfolgten die ersten Nachkriegswahlen. Eduard Haberländer wurde als 1. Vorsitzender und Rudolf Weigand zu seinem Stellvertreter gewählt. Gleichzeitig wurde der Vereinsname in Spielvereinigung umbenannt, man sah sich als Nachfolger des 1. FC.

Mit Genehmigung der amerikanischen Militärregierung veranstaltete der Verein Anfang 1946 einige Tanzveranstaltungen. Den Reinerlös von insgesamt 5700 Reichsmark stellte unser Verein der damaligen Marktgemeinde Windischeschenbach für wohltätige Zwecke zur Verfügung.

In diese Zeit des Wiederaufbaus fällt aber auch ein Ereignis, das für die sportliche Entwicklung unserer Heimatstadt von ausschlaggebender Bedeutung hätte sein können.

Am 8. April 1946 vereinbarten der “Allgemeine Turn- und Sportverein” und unser Verein eine Fusion . Dies sollte im Januar 1947 nach Genehmigung durch die entsprechenden Gremien beider Verein in Kraft treten.
Die Fußball- und Handballmannschaft sollte als Abteilung mit dem Namen Spielvereinigung bestehen bleiben, während der “Allgemeine Turn- und Sportverein” als Hauptverein zu betrachten wäre.
Zum tatsächlichen Zusammenschluss kam es aber nicht. Innerhalb beider Vereine gab es zu große Widerstände.
Es ist müßig nach Ursachen zu suchen. Eines steht fest, bei einigermaßen gutem Willen von beiden Seiten, würde es heute in Windischeschenbach einen Großverein geben, der auf allen sportlichen Ebenen große Aktivitäten entwickeln und sicher schon frühzeitig ein eigenes Sportgelände sein Eigen hätte nennen können.

1949 erfolgte der Eintrag des Vereins in das Vereinsregister , nachdem zuvor in einer Mitgliederversammlung eine von Justizamtmann Ewald Müller erarbeitete Vereinssatzung beschlossen worden war.

Das 30-jährige Gründungsfest feierte unser Verein am 5. Und 6. August 1950.

Einschneidende Ereignisse brachte das Jahr 1955 für unsere Spielvereinigung, die in diesem Jahr am Rande ihres Daseins stand. Einerseits belasteten finanzielle Sorgen und zum anderen musste der Spielbetrieb auf dem Sportplatz “Hölzl” eingestellt werden, da dieses Gelände bebaut wurde.

Der ASV Neustadt gewährte unserem Verein Gastfreundschaft auf dem Felixsportplatz und gab damit die Möglichkeit den Spielbetrieb fortzusetzen. Dafür sind wir dem ASV heute noch zu Dank verpflichtet.

Mit tatkräftiger Unterstützung der Stadt Windischeschenbach wurde am heutigen Schulzentrum ein neuer Sportplatz errichtet. Offiziell übergeben wurde der Sportplatz im Jahre 1956. In den folgenden Jahren wurde der Sportplatz weiter ausgebaut und im Jahre 1958 der Tribünenbau mit Umkleidekabinen vollendet. Die Stadt musste damals erhebliche finanzielle Opfer bringen, um diese Anlage zu erstellen. Dafür gilt ihr der Dank unseres Vereins.

1958 war auch in sportlicher Hinsicht ein Jubiläumsjahr. Spielte man doch bereits im 10. Jahr in der Kreisliga.

Im festlichen Rahmen wurde vom 16. – 20. Juni 1960 das 40-jährige Gründungsfest begangen.

In der Zeit des sportlichen Tiefpunktes wagte sich die damalige Vorstandschaft mit dem 1. Vorsitzenden Rudi Punzmann an die Planung um den Bau des jetzigen Sportzentrums. Dazu stand man noch unter Zeitdruck, da der Sportplatz am Schulhaus wegen der bevorstehenden Schulhauserweiterung nicht mehr zur Verfügung stand.

In zähen Verhandlungen gelang es an der Neustädter Straße insgesamt 3 Hektar von verschiedenen Eigentümern zu erwerben. Damit war der Grundstein gelegt. Jetzt ging es an die Planung. Im Jahre 1978 wurden die ersten Entwürfe gefertigt und die Zuschussanträge gestellt.

Zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes wurde in Eigenleistung und mit Eigenmitteln einstweilen ein B-Spielfeld errichtet.

Im Jahre 1980 erteilte der BLSV die Zusage auf Bezuschussung der neuen Sportanlage. Die Regierung der Oberpfalz erteilte 1981 die Baugenehmigung für das Sportgelände. Ein Jahr später wurde mit dem Bau begonnen. Der Bau des Sportzentrums wurde mit Kosten von 1,5 Millionen DM veranschlagt.

Diese Voranschlagung konnte aber nicht finanziert werden, so dass auf die ursprünglich vorgesehene 400 m Bahn verzichtet werden musste.

Die zweite Planung mit einem Kostenumfang von 980 000,– DM wurde schließlich genehmigt. Zur Finanzierung übernahm die Stadt Windischeschenbach eine Kreditbürgschaft und gewährte einen Zuschuss von rund 100 000,– DM.

Während des Baus kam es zu Finanzierungsschwierigkeiten. Durch Spenden und freiwillige Arbeitsleistungen halfen Freunde und Gönner unseres Vereins dieses Problem zu bewältigen.

Die offizielle Einweihung der gesamten Anlage erfolgte am Sonntag, 27. Juli 1986. Bei strahlendem Sonnenschein zogen Freunde, Gönner und Mitglieder, unter Mitwirkung der Jugendblaskapelle unserer Stadt vom Vereinslokal “Gockl” zum neuen Sportgelände. Stadtpfarrer Hans Reich und Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt erteilten von dem auf der Terrasse des Sportheimes aufgestellten Altar den kirchlichen Segen. Zahlreiche Gäste hatten sich dazu eingefunden. Anschließend hatte die Bevölkerung im Rahmen eines Tages der offenen Tür die Möglichkeit das geschaffene zu besichtigen.

Im ansprechend eingerichteten Sportheim finden ca. 120 Gäste Platz. Der angrenzende Clubraum bietet nochmals 20 Plätze. Im Untergeschoß wurden Umkleideräume, Duschen sowie Sanitäre Anlagen erstellt. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf etwa 1,1 Millionen DM.

Das 70-jährige Gründungsfest wird im Rahmen einer Sportwoche vom 21.7. bis 27.7. im neuen Sportzentrum gefeiert. Daran schließt sich eine Festwoche vom 3. bis 6.8.1990 mit Bierzelt auf dem Festplatz am Schützenhaus an. Trotz großer Mühen und eines enormen ehrenamtlichen Aufwandes bringt es nicht den erwarteten Erfolg.

Im Jahre 1991 wurde Josef Horn junior zum 1. Vorsitzenden gewählt und führt seither unseren Verein.

Die Vereinsführung musste in den zurückliegenden 10 Jahren mit mannigfachen Schwierigkeiten fertig werden. “König Fußball” ist nicht mehr die Sportart schlechthin. Andere Sportarten machen ihm das Leben schwer. Trotzdem hat unser Verein heute über 400 Mitglieder.

Leider ist aber auch ein großer Zuschauerrückgang festzustellen. Die Einnahmen reichen oft nicht einmal mehr aus, um den Schiedsrichter zu bezahlen. Dabei hat die Spielvereinigung noch über 200.000,-DM Schulden, obwohl seit 1991 rund 150.000,-DM getilgt werden konnten.

Die außersportlichen Veranstaltungen sind nur mehr mäßig besucht, so dass es auch hier nicht zu den erwarteten Einnahmen kommt. Es muss an allen Ecken und Enden gespart werden.

Das 75-jährige Bestehen wurde vom 7.7.95 bis 16.7.95 im Rahmen einer Sportwoche gefeiert. Die gesamten Veranstaltungen wurden auf dem Sportplatz bzw. im Vereinsheim durchgeführt.

Zur Reduzierung der Wasserkosten wurde 1996/97 auf dem A-Sportplatz eine eigene Bewässerungsanlage in Eigenleistung errichtet.

Zum 80-jährigen Bestehen der SpVgg Windischescehnbach wurde unter Vorsitz des ehemaligen Vorstandes Heinz Helgert ein Festausschuss gegründet, der das 80-jährige Vereinsjubiläum, vom 14.7.2000 bis 24.7.2000, vorbereitete und durchführte.

Nach 4-monatiger Entwicklungszeit, durch den damaligen geschäftsführenden Vorstand Bernhard Bächer, ist die SpVgg seit April 2001 mit eigener Homepage, unter der Adresse www.spvgg-windischeschenbach.de, im Internet präsent.

Nach 10jähriger Tätigkeit als 1. Vorstand bei der SpVgg Windischeschenbach übergibt Josef Horn, am 23. Juni 2001, sein Amt an Josef Albrecht.

Ab dem 1. Dezember 2002 wird unter dem 1. Vorstand Josef Albrecht das SpVgg Sportheim zum ersten Mal verpachtet und somit das große Sorgenkind, die “Bewirtschaftung des SpVgg Sportheims”, von den Schultern der Vereinsführung genommen.

Um Kosten einzusparen und nicht unnötig Energie zu verschwenden wurde im September 2009 auf dem Dach des SpVgg-Sportheims eine Solaranlage installiert und die 30 Jahre alte Heizungsanlage durch eine neue, moderne Anlage ersetzt.

Ebenso wie sein Vorgänger übergibt Josef Albrecht, nach 10jähriger Tätigkeit als 1.Vorstand, sein Amt an Christian Baldauf.

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